70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus, Diskussionsveranstaltung am 24. April um 19.00 Uhr

Diskussionsveranstaltung am 24. April um 19.00 Uhr
im linken Zentrum Lilo Herrmann / Böblingerstr. 105 und
Matinee am 25. April um 11.00 Uhr
im Friedensbüro Spreuergasse 43 (Eingang Finstermünzgasse)
jeweils mit: Daniel Bratanovic
Journalist bei der Jungen Welt und Wissenschaftler, Berlin

„Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. (…) Wir dürfen den 8. Mai 1945 nicht vom 30. Januar 1933 trennen. (…) wir haben allen Grund, den 8. Mai 1945 als das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte zu erkennen, das den Keim der Hoffnung auf eine bessere Zukunft barg.“
Es brauchte 40 Jahre, bis 1985 ein Präsident der Bundesrepublik das verpönte Wort „Befreiung“ über die Lippen bekam. Es war kein Zufall, dass die historische Bedeutung des 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung von Faschismus und Krieg in Westdeutschland lange verschwiegen wurde. Denn in seinen ökonomischen und politischen Grundstrukturen sowie in seinen politischen, intellektuellen und später auch militärischen Eliten wurzelte die westdeutsche BRD fest im faschistischen Vorgängerstaat.
Und heute?
Das diesjährige Gedenken an die Befreiung von Faschismus und Krieg fällt in eine Etappe, in der aus Sicht der 1945 geschlagenen politischen und ökonomischen Eliten der deutsche Imperialismus wieder die globale Karte spielen und weltweit „Verantwortung“ übernehmen soll. Dazu riefen bereits vor einem Jahr die politischen Spitzen der BRD, Bundespräsident Joachim Gauck, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Außenminister Walter Steinmeier auf. Und dazu gehört auch die Neuauflage des alten „Drangs nach dem Osten“. Deutsche Soldaten werden wieder darauf trainiert, wie einst unter „dem Führer“, blitzschnell „zurückzuschießen“ und militärische Schläge gegen Russland mit „schnellen Einsatzgruppen“ der NATO auszuführen.
Feiert den Sieg, …
Auch 2015 sollte der Tag der Befreiung ein Tag sowohl des Feierns als auch des Gedenkens sein, an die Millionen Opfer von Krieg und Faschismus. Vor allem aber erinnert er daran, dass die Lehre nicht vergessen werden darf, wie sie am deutlichsten durch die Gefangenen des KZs Buchenwald, die sich im April 1945 selbst befreit haben, formuliert wurde: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“
… stoppt Faschismus und Krieg!

Die Bedeutung der Befreiung von Faschismus und Krieg für heute wollen wir diskutieren.
Welche Auswirkungen hat die Zuspitzung der sozialen Lage in ganz Europa seit der Konterrevolution in Europa und insbesondere mit der Krise, die seit 2008 schwelt?
Was für Schlussfolgerungen sind aus der Zusammenarbeit zwischen faschistischen Organisationen und staatlichen Institutionen, die im Zusammenhang mit dem NSU und den Verbotsverfahren gegen die NPD besonders deutlich geworden sind, zu ziehen?
Wie soll auf die neuen Weltmachtansprüche des deutschen Imperialismus reagiert werden, der unter dem Stichwort „Verantwortung übernehmen“ Rohstoffquellen, Absatzmärkte und geostrategisch wichtige Gebiete auch militärisch sichern und erobern will?
Welche Gefahren gehen von der aggressiven Politik der NATO in der Ukraine gegenüber Russland aus? Welche unterschiedlichen Strategien verfolgen die imperialistischen Staaten?

Flyer 24.4.15-002